Der Frankfurter Zoo schreibt in seinem Leitbild "Die ideale Welt wäre die, die Zoos nicht nötig hätte." Hiermit hat er nicht Unrecht, doch leider leben wir nicht in einer solchen idealen Welt. Täglich werden mehrere Hektar Regenwald abgeholzt. Der natürliche Lebensraum der Tiere in freier Wildbahn wird immer kleiner. Statistisch gesehen sterben pro Tag 3 Tierarten aus. Es ist an der Zeit die Natur zu schützen. Als erstes sollte man versuchen dies vor Ort zu tun, indem man die permanente Vernichtung der Lebensräume stoppt. Wo eine Hilfe vor Ort (zur Zeit) nicht möglich ist, sind die Zoos gefragt. Sie können sich aktiv am Erhalt der verschiedenen Tierarten beteiligen, indem sie durch Zucht versuchen das Aussterben bestimmter Arten zu verhindern. Die Tiere können unter artgerechten Bedingungen auch im Zoo ein reizvolles Leben führen.
Außerdem lässt sich der Nachwuchs eventuell auch wieder auswildern, vorausgesetzt die entsprechende Tierart kann sich trotz der Jahre in menschlicher Obhut gut auf ein Leben in der Wildnis eintstellen und die Situation im entsprechenden nautürlichen Lebensraum hat sich stabilisiert. Was die Auswilderung von Tieren angeht, können Zoos schon einige Erfolge verbuchen. Beispielsweise ist es ihnen gelungen das Goldgelbe Löwenäffchen im Urwald von Brasilien wieder anzusiedeln. Diese kleine Affenart galt Anfang der 1970er Jahre als ausgestorben. Nur in den Zoos gab es noch einige Exemplare. Die Zoos haben systematisch gezüchtet und nachdem sich die Situation in Brasilien wieder stabilisiert hatte, dank der Arbeit verschiedener Naturschutzsituationen, konnten viele dieser Nachzuchten wieder ausgewildert werden. Hierfür wurden sie bereits im Zoo auf ein Leben in der Wildnis vorbereitet. Heute leben wieder mehr 1000 Löwenäffchen im Brasilianischen Urwald. Zoos werden immer mehr zu einer Art Arche Noah, deren Aufgabe es ist, die Tiere vor der Ausrottung zu bewahren. Bei diesen wissenschaftlichen Zucht- und Auswilderungsprogrammen arbeiten die verschiedenen Zoos und Tiergärten eng mit dem WWF zusammen, der sich intensiv und aktiv für den Natur-, Tier- und Umweltschutz vor Ort einsetzt. Weltweit unterstützen Zoos derzeit über 200 Projekte für den Natur- und Umweltschutz in freier Wildbahn. Mehr als 50 Millionen Euro stellen die wissenschaftlich geführten Tiergärten des gesamten Erdballs jährlich für den Artenschutz vor Ort zur Verfügung.
>> Eine kleine Auswahl der Tierarten, die nur durch Hilfe der Zoos vor der Ausrottung bewahrt werden konnten, gibt es hier.
Die Zeiten, in denen die Tiere als bloße Unterhalter zahlender Publikumsscharen herhalten mussten, sind vorbei. Gutgeführte, wissenschaftliche Zoos arbeiten heute im Einklang mit der Natur, um den Tieren zu helfen.